GESCHICHTE
Tiefgehende Studien haben belegt, dass diese Orte während der römischen Epoche besiedelt waren. Nach der Überlieferung gründete der Heilige Franz von Assisi hier das erste Dormitorium der römischen Brüder. Nachdem das antike Schloss von Scovolo während der Kämpfe, mit denen die Brescianer den Veronesen die Valtenesi streitig machten, zerstört wurde, floh die Bevölkerung nach Portese und nach San Felice, wo sie das Schloss von San Felice erbaute. Der Ort wurde Stätte vieler Konflikte und Besetzungen, darunter französische und deutsche. Während des spanischen Erbfolgekrieges zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts erlitt es den Durchzug bewaffneter Truppen, denen es die Versorgung mit Holz zusichern musste, trotzdem konnten Übergriffe und Missbräuche nicht vermieden werden.

DAS SCHLOSS
Erbaut nach der Migration der Bevölkerung aus der Region Valtenesi nach San Felice, wurde das Schloss 1438 der Sitz der Grafen des Piccinino, die das brescianer Gebiet mit ihren Raubzügen heimsuchten. Nach Restaurierung im Jahre 1483, wurde es zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts von den Truppen Ludwigs des XII. zerstört. Als die Venezianer das Gebiet zurückeroberten, wurde das Schloss neu aufgebaut (1521). Heute ist noch der ganz aus Ziegeln gebaute Eckturm zu sehen.

PALAZZO ROTINGO
Das Gebäude aus dem achtzehnten Jahrhundert scheint zwischen dem Ende des neunzehnten und dem frühen zwanzigsten Jahrhundert einer radikalen äußerlichen Transformation unterzogen worden zu sein. Im Inneren kann man die sorgfältig dekorierten Kassettendecken aus Holz, Dekorationen aus Stuck und Fresken an den Wänden bewundern.

PFARRKIRCHE
Eine besondere Bedeutung hat die auf das sechzehnte Jahrhundert zurückgehende Pfarrkirche der Heiligen Felice und Audato. In ihrem barocken Inneren können Fresken von Carlo Carloni und Giosuè Scotti sowie ein Altarbild von Romanino bewundert werden. Außen werden wir von der majestätischen Größe des Kampaniles gefesselt, der getrennt von der Kirche selbst steht, weil er auf den Mauerresten des Turms eines Schlosses der Familie der Skaliger, von dem nur noch wenige Ruinen vorhanden sind, errichtet wurde. Unser Blick schweift dann zu zwei Bereichen römischer Überreste, die sich zu beiden Seiten des linken Portals befinden und von denen einer Neptun gewidmet ist.

MONTE DI PIETÀ 
Im charakteristischen Ortszentrum stehen hinsichtlich Kunst und Kultur reiche Gebäude wie der Monte di Pietà, heute der Sitz der Gemeinde, der im Jahre 1570 erbaut wurde. Der Säulengang verfügt über fünf charakteristische Bögen aus bossiertem Stein, während die Fenster mit soliden Eisengittern zur Verteidigung versehen sind.

WALLFAHRTSKIRCHE DER MADONNA DEL CARMINE 
1952 nahm die Gemeinschaft der Karmeliter von Vittorio Veneto Besitz von der ursprünglichen Kirche und den Überresten des Klosters und gibt ihnen im Laufe der Jahre ihren früheren Glanz zurück. Der Komplex ist in zwei Gruppen unterteilt: Das Kloster selbst, die Raststätte der Pilger und das sozio-kulturelle Zentrum. In der Wallfahrtskirche feiert man jedes Jahr am 16. Juli das Fest der Madonna del Carmine.

KIRCHLEIN DES SAN FERMO 
Abschließend bietet uns San Felice in nördlichen Teil des Golfs die faszinierende Kirche des San Fermo, die auf das fünfzehnte Jahrhundert zurückgeführt wird und auf den Ruinen einer prächtigen römischen Villa errichtet wurde. Die Kirche verfügt über das charakteristische Satteldach, während man im aus einem Schiff bestehenden Inneren auf ein San Fermo darstellendes Fresko aus dem fünfzehnten Jahrhundert trifft. Im Zuge von Ausgrabungen wurden Überreste von Mosaikböden und Bruchstücke von bemaltem Gips gefunden. Von der Halbinsel San Fermo aus kann außerdem die schöne Insel Garda bewundert werden.

ISOLA DEL GARDA 
Die Isola del Garda ist die größte Insel im Gebiet von Benaco und befindet sich vor San Fermo. Sie ist seit der Antike bewohnt, was durch dort gefundene Überreste belegt wird. Im 13. Jahrhundert wurde sie zu einem Ort des franziskanischen Gebets und gemäß der Überlieferung wurde sie auch von Dante Alighieri besucht. In den folgenden Jahrhunderten bis zum frühen zwanzigsten Jahrhundert fand ein ununterbrochener Wechsel der Eigentümer der Insel statt. In jenen Jahren ließ die Adelsfamilie De Ferrari aus Genua auf den Ruinen des alten Klosters ein großes Gebäude im Stil der venezianischen Gotik erbauen. Später ging die Insel ins Eigentum der Familie Cavazza über, die sie noch heute besitzt.

DAS SCHLOSS VON PORTESE 
Es wurde im Mittelalter erbaut und diente der Verteidigung des Territoriums und seiner Bewohner vor Eindringlingen. Heute zeugt nur ein Rest von einem runden Turm davon. Auf der linken Seite des Eingangs, befindet sich die Stadtbibliothek und auf der rechten Seite der Sitz der Alpini von Portese.

PFARRKIRCHE VON PORTESE
Sie wurde im Jahr 1585 gebaut, wie auf einer Tafel über der Eingangstür zu lesen ist, und wurde der Geburt von Johannes dem Täufer geweiht. Der Innenraum ist reich an weißem, schwarzem und rotem Marmor, die der Kirche mehr Licht verleihen.

PALAZZO COMINELLI
Er wurde im 17. Jahrhundert von der Familie Cominelli aus Salò erbaut. Der Schriftsteller und Dichter Raffaele Cominelli (lebte und starb in Cisano im Jahr 1981) gründete hier eine kulturelle Stiftung in seinem Namen. Im Inneren des Gebäudes können Sie Stuckdekorationen an den Wänden und florale Gemälde sehen.

KIRCHE DES SAN GIOVANNI
Sie wurde im 15- Jahrhundert errichtet und dem enthauptetem Hl. Johannes dem Täufer geweiht, dessen Festtag alle fünf Jahre mit einer Prozession durch die Straßen der Stadt gefeiert wird. Im Inneren gibt es zahlreiche Gemälde, die die verschiedenen Heiligen darstellen, und die Gipsstatue des Heiligen mit der lateinischen Inschrift „Ecce Agnus Dei” (Dies ist das Lamm Gottes), dem die Kirche geweiht ist .