GESCHICHTE
Dank der Funde einiger Überreste von Pfahldörfern im kleinen Sogenivo-See konnte belegt werden, dass diese Gegend bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt wurde. Im Rahmen eines Besuchs des Monte Boccale kann man Grabsteine aus römischer Zeit sehen; einer der spektakulärsten ist in das Tor der Pfarrkirche von San Michele eingemauert. Das Dorf erlebte verschiedene Herrschaften, darunter die langobardische, was durch einige Eigentumsdokumente belegt wird; im vierzehnten Jahrhundert dann die durch Mastino della Scala, gefolgt von der venezianischen im 15. Jahrhundert. Im Zuge der Herrschaft der Serenissima wurde Puegnago Teil der Region Valtenesi. Die Pest im Jahre 1630 ging auch an diesem Ort nicht vorbei und brachte Schmerz und Trauer über das Land. Dann wurde Puegnago im siebzehnten Jahrhundert von Räuberbanden heimgesucht, darunter ist besonders der furchterregende Dominisette in trauriger Erinnerung, dessen schreckliche Übergriffe die Bevölkerung erdulden musste. Mit dem spanischen Erbfolgekrieg kamen französische und spanische Truppen ins Land, die Puegnago das Geld der Compagnia del Santissimo Corpo di Cristo (Gesellschaft des heiligen Korpus Christi) und kirchliche Einrichtungsgegenstände aus der Kirche raubten. Grund zum Stolz hatte die Bevölkerung aufgrund der Solidarität, die den vielen Verletzten aus den umliegenden Ortschaften am Ende der Schlacht von San Martino entgegengebracht wurde, durch die zahlreichen Verletzten geholfen werden konnte. Von 1818 bis 1825 wurden Puegnago, Soiano und San Felice vereinigt, während Raffa erst im Jahre 1928 angeschlossen wurde. Die Ableitung des so besonderen Namens wird auf die römische Epoche zurückgeführt, und zwar auf den Römer “Popinius”, später auf Grund einer Romanisierung in “Popiniacus” umgewandelt.

DAS SCHLOSS
Zum Schutze gegen die Einfälle der Hunnen auf einem charakteristischen Hügel entstanden, verfügt das Schloss über einen typischen, ovalen Mauerring, der errichtet wurde, um sich der Neigung der Umgebung anzupassen. Die majestätischen Mauern und der beeindruckende Wachturm wurden völlig dem Verfall überlassen, während der Turm des Haupteingangs ungefähr in der Mitte des 19. Jahrhunderts in einen Kirchturm umgewandelt wurde. Leider ist das Innere vollkommen verfallen und somit sind auch keine Spuren der früher vorhanden Wohngebäude mehr vorhanden.

PFARRKIRCHE DES SAN MICHELE
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstanden, ist diese Kirche in ihrem Inneren mit Gemälden aus dem 18. Jahrhundert von Cattaneo und Zadei, sowie einem sehr eindrucksvollen „Kreuzweg” von Dusi ausgestattet. In der dem Erzengel Michael (1611) geweihten Pfarrkirche verdient das Gemälde des Schutzheiligen von C. Antonio Vicentini die Aufmerksamkeit des Besuchers, wie auch die kostbare Orgel (1722/4) und der Chorstuhl mit seinen wertvollen Holzschnitzereien (17. Jahrhundert), der hinsichtlich des Stil und der Merkmalen der Familie Pialorsi, genannt Boscaì di Levrange, zugeordnet wird. Zudem ist ein Grabstein aus der römischen Epoche zu bewundern.

TORRE COLOMBERA (TAUBENHAUS)
Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut und besitzt einen besonderen, quadratischen Grundriss. Nach langer Zeit, in der er dem Verfall überlassen wurde, wird er heute restauriert.

KIRCHLEIN VON MURA 
Die Kirche Chiesetta di Mura (1583) ist dem Hl. Josef geweiht und beherbergt eine hölzerne Statue der Madonna del Carmine und ein Altarbild zu Ehren des Schutzpatrons.

KICHLEIN VON SAN GIOVANNI BATTISTA
In der Ortsmitte befindet sich die Kirche von San Giovanni Battista, deren Bau in das 16. Jahrhundert zurückfällt: Sie hat nur einen Altar (Autor unbekannt) mit Altarbild, das die Taufe Christi darstellt; das Altarbild wurde von Gio Batta Boscaino im Jahre 1734 realisiert.

KAPELLE VON MONTEACUTO
In Monteacuto, einem alten Dorf bestehend aus drei Bauernhäusern (17.-18. Jahrhundert), wurde S. Gaetano da Thiene eine Kapelle gewidmet. Auf dem Altar befindet sich ein Gemälde, das S. Gaetano darstellt, der gerade den Säugling Jesus von der Jungfrau Maria nimmt.

MADONNA DELLA NEVE
Im Ortsteil Raffa, der bis 1928 eine eigene Gemeinde darstellte, in der Ortsmitte befindet sich die Pfarrkirche Madonna della Neve (1824), wo man ein Gemälde von Andrea Celesti bewundern kann.