GESCHICHTE
Polpenazze del Garda liegt mitten in der Region Valtenesi und erhielt durch seine Geschichte Bekanntheit. Es wurden die Reste eines Pfahlbaudorfes gefunden, das auf einer Insel mitten im Luconesee lag, der zwischen 1400 und 1700 ausgetrocknet ist. Sie beweisen, dass diese Gegend bereits in der Bronzezeit von einem Volk bewohnt wurde, das vom Fischen und von der Jagd lebte. Den Durchzug von Völkern wie Kelten, Etruskern und Römern belegen Überreste, die im Turm von Bottenago und in der Kirche von San Pietro in Lucone gefunden wurden. Man nimmt an, dass sich der Name Polpenazze in abschätziger Weise von dem römischen, Wort Pomponius oder Pomponocius herleitet, denn die Menschen von Polpenazze werden als sehr entschlossen eingeschätzt. Das führte sogar zu der Ansicht „Polpenazze, kriegerische Leute, Bauern”. Die von den Bewohnern vorgeschlagen Statuten der Gemeinde von Polpenazze wurden von dem Rat der 38 Familienoberhäupter, der sich im Jahr 1454 im Schloss versammelt hatte, angenommen. Unter den bekannten Persönlichkeiten Polpenazzes ist neben der Familie Filippini auch Giovanni Omodeo zu nennen, der Reformen durchsetzte, unter anderem die Schaffung eines künstlichen Sees, die Einführung von Intensivanbau in der Landwirtschaft und der Versorgung des Landes mit elektrischem Licht und fließendem Wasser.

DAS SCHLOSS
Zur Verteidigung gegen die ungarischen Invasionen im 10. Jahrhundert entstand das Schloss von Polpenazze, das dann von den Visconti zu Beginn des 15. Jahrhunderts zerstört und im Jahre 1426 von der Gemeinde Polpenazze neu gebaut wurde. Um den Bau der neuen Pfarrkirche zu ermöglichen, wurde der südliche Teil abgerissen und ein Mauerturm wurde in einen Kirchturm umgewandelt. Heute ist nur noch der Eingang des mittelalterlichen Schlosses geblieben.

PFARRKIRCHE DER SANTA MARIA
Zum Bau der Pfarrkirche von Polpenazze war die Genehmigung von Papst Pius II. notwendig, die im 15. Jahrhundert erteilt wurde. Der Bau der Pfarrkirche der Santa Maria erstreckte sich fast über das gesamte sechzehnte Jahrhundert. Sie besitzt eine von Tagliaferri entworfene barocke Fassade und ist mit Gemälden von Grazio, Pietro Marone, Bertanza ausgestattet.

KIRCHE DES SAN PIETRO IN LUCONE
Die Kirche von San Pietro in Lucone, die im 14. Jahrhundert auf den Ruinen eines römischen Tempels erbaut wurde, hat einen romanischen Aufbau im Stile einer Basilika mit Rosette. In ihrem Inneren befinden sich Fresken aus dem 15. Jahrhundert.

KIRCHE DES SAN ANTONIO
Dem S. Antonio ist wiederum die Kirche von Picedo gewidmet. Es handelt sich um ein Gebäude im spätromanischen Stil mit nur einem Raum, das noch heute über ein Satteldach mit Balken und Terrakotta-Fliesen verfügt. Im Inneren befinden sich wertvolle Fresken aus dem 16. Jahrhundert.
Von dem antiken Ortskern in dieser Zone neben dem Marktplatz blieb nur ein Gebäude neben der Kirche übrig, das für die Integrität des ursprünglichen Aussehens von großer Wichtigkeit ist: Es handelt sich um ein typisches Beispiel eines rustikalen Gebäudes des fünfzehnten Jahrhunderts.

CASA PALAZZI
Mitten im Dorf befindet sich das größte Gebäude, Casa (Haus) Palazzi, aus dem 17. Jahrhundert mit einem charakteristischen E-förmigen Grundriß. Er bildet zwei Innenhöfe mit einem majestätischen Brunnen in der Mitte und wunderbaren Säulengängen ringrum.