GESCHICHTE
In dieser Gegend wurden Spuren einer vorgeschichtlichen Siedlung gefunden und einige Fundstücke beweisen, dass auch Römer diese Gegend bewohnt haben. Während der ungarischen Invasionen wurden die Bewohner gezwungen, das christliche Dorf, das am Ufer des Sees entstanden war und das zur Pfarrei von Desenzano gehörte, zu verlassen und sich in die Hügel zurückzuziehen, auf denen sie dann das Schloss erbauten.
Im Mittelalter wurde das Schloss zu einer ghibellinischen Hochburg, die hart von den Brescianern und Veronesern umkämpft wurde. Im Jahre 1330 wurde Padenghe von den Skaligern erobert und die verschiedenen Zweige der Familie stritten sich um das Schloss. Gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts erbaten und erhielten die Dörfer des Seeufers die Autonomie von den Visconti. 1414 wurde das Schloss Drugolo von Pandolfo Malatesta den Bewohnern von Padenghe anvertraut. Nach dem Frieden von Lodi hielt die Republik von Venedig 1454 eine Garnison im Schloss.
Die Menschen von Padenghe wurden von einem heimischen Dichter, der im Kloster von Maguzzano residierte, als „stolz” bezeichnet. Während der französischen Herrschaft rettete die Fürsprache des Kardinals D'Amboise das Schloss vor der Zerstörung, was zu gefährlichen Verstimmungen in den Herzen der Bevölkerung geführt hätte. Padenghe musste auch die Plünderungen und Gewalttätigkeiten der deutschen kaiserlichen Soldaten erleiden, die 1532 über Verona kamen; gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts wurde es von gewalttätigen Banditen bedroht, darunter der berüchtigte Giacomo Dainese genannt Giacomazzo da Padenghe.

DAS SCHLOSS
Etwas über dem Dorf gelegen, ist dieser beeindruckende mittelalterliche Bau noch heute durch seine starken Mauern aus großen Steinen und drei charakteristische Türme im nordöstlichen Bereich gekennzeichnet. Leider sind vom mittleren Bereich nach dessen Einsturz nur noch Ruinen vorhanden. Der quadratische Hauptturm erhebt sich über dem Eingang, den eine mächtige Zugbrücke schützte, deren Zugschlitze noch heute zu sehen sind. Die Hochburg wurde oft umkämpft und verloren, bis Pandolfo Malatesta sich im Jahre 1414 entschloss, Padenghe das Schloss Drugolo anzuvertrauen, in dem später die venezianische Republik eine Garnison unterhielt. Im Schlosshof wurde ein „Schlösschen” errichtet, in dem der Schlossherr und die Garnison lebten. Seine ursprüngliche Struktur wurde bewahrt: massive Wände aus großen Steinen und drei Türme (der zentrale ist eingestürzt) auf der Nordwest-Seite. Der Schlossherr und die Garnison wohnten im kleinen Schloss, das später innerhalb der Mauern errichtet wurde.

VILLA BARBIERI (GEMEINDE)
In der Nähe der Kirche gelegen, wurde sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Sie hat eine sehr charakteristische, durchgehend rustikale Fassade. Vor kurzem wurde sie von der Gemeinde von Padenghe erworben, trotzdem kann sie nur von außen besichtigt werden.

KIRCHLEIN DES SANT'EMILIANO
In der Nähe des Schlosses gelegen, befindet sich eine kleine romanische Pfarrkirche mit einem einzigen Saal und einer halbrunden Apsis aus dem zwölften Jahrhundert. In ihrem Inneren können die Veränderungen verfolgt werden, die in der Barockzeit stattgefunden haben.

PFARRKIRCHE DER SANTA MARIA
Gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts erbaut, sind in ihrem Inneren sehr wertvolle Bilder erhalten, wie die „Madonna mit Kind und den Heiligen” von Zenone Veronese und Bilder von Francesco Paglia, Francesco Giugno und Zadei. Darüber hinaus können eindrucksvolle Skulpturen von Antonio Callegari und von Beniamino Sironi bewundert werden.